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Am Freitag dem 31.12.2004 gegen 13.30 wurde es plötzlich still in der Gaststätte Lommerzheim, denn in diesem Moment hat die Stadt Köln ein Stück Kneipenkultur verloren. Der Wirt, Herr Lommerzheim, hat das letzte leere Fass von der Theke genommen und das war es dann gewesen. Nach über 40 Jahren hat Herr Lommerzheim die Kölner Kultkneipe abgeschlossen und wird die Tür nie wieder für seine Gäste öffnen. Im Alter von 74 Jahren gehen er und seine Frau nun in den wohlverdienten Ruhestand.
Im Juni 2005 ist Lommi im Urlaub verstorben.
Die Gaststätte Lommerzheim
Wanderer kommst Du nach Sparta...... diesen altbekannten Satz könnte man auch umdichten in "Kneipenfreund kommst Du nach Köln....." dann musst Du zum Lommerzheim nach Köln Deutz.
Das oder besser der Lommerzheim ist eine Gaststätte in Köln Deutz, in der Siegesstrasse 18. Es handelt sich hierbei um ein etwas anderes Lokal. Warum ?? Wenn ihr den Bericht gelesen habt, dann wisst ihr sicher warum. 
Die Lage:
Die Gaststätte Lommerzheim befindet sich in der Siegesstrasse 18, direkt gegenüber der neu erbauten Kölner Jugendherberge. Da man das Auto zu Hause stehen lassen sollte (!!!) , bleibt als Anreise nur Busse und Bahn. Haltestelle ist hier für Zugreisende der Deutzer Bahnhof und für Bahnfahrer die Haltestellen Deutzer Bahnhof oder Kölnarena. Von hier aus sind es nur noch wenige Fussminuten. Bei meinem ersten Besuch (auf Empfehlung meines Vaters) vor knapp 20 Jahren bin ich die Siegesstrasse mehrmals rauf und runter gelaufen und habe das Lokal nicht gefunden. Grund hierfür ist nicht die versteckte Lage, sondern die Tatsache, das das Gebäude doch sehr in die Jahre gekommen ist. Ich hielt es damals für eine Bauruine . Und was damals nicht renoviert worden ist hat sich bis heute nicht geändert. So betritt man die Gaststätte Lommerzheim durch eine alte hölzerne Tür, ja wenn denn dann auf ist.
Die Öffnungszeiten:
Täglich 10.30 - ca 14.00 16.30 - ca 1.00 Dienstag ist Ruhetag Am Vormittag ist es in der Woche kein Problem Einlas zu finden. Am Wochenende kann es allerdings Probleme geben. Die Gründe:
Bei Lommerzheim ( Lommi ) gibt es nur eine begrenzte Anzahl an Plätzen. Neben einer kleinen Theke befinden sich ca. 80 Sitzplätze im Lokal. Ich habe sie in 20 Jahren nie gezählt. Und da es eben nicht unbegrenzt Plätze gibt kommt der Gast eben meist was früher und wartet darauf, das der Wirt den Laden aufmacht. So bilden sich seit Ewigkeiten werktags ab 15.30 - 15.45 Menschentrauben, die geduldig auf Einlass warten um einen Platz an den Tischen zu ergattern . Vorbestellungen und Reservierungen sind zwecklos. Der damalige US Präsident Clinton hat im Rahmen des Kölner Weltwirtschaftsgipfels mal versucht reservieren zu lassen. Den Anruf hat Lommi mit den Worten gecancelt : Verarschen kann ich mich selber und legt auf. Soweit zum Thema reservieren. Und wenn Herr Lommerzheim meint, das seine Gäste zu später Stunde kein Fass mehr leeren können, dann wird abgerechnet und man geht brav nach Hause
Der Wirt:
Herr Lommerzheim ist auch schon 74 Jahre . Ich schreibe bewusst Herr Lommerzheim , weil die meisten der Gäste den Wirt mit Sie an sprechen. Für eine Stadt wie Köln in einer Kneipe mehr als ungewöhnlich, denn normalerweise duzt man den Kellner bzw. Wirt oder sagt einfach ...* "bringen sie noch ein Bier" und damit sind wir schon bei der nächsten Eigenart. Bier wird nicht wie in den meisten anderen Kölner Kneipen mal schnell an den Tisch gebracht wenn es leer ist, sondern der Herr Lommerzheim hat seid Urzeiten sein eigenes System. Er füllt den Bierkranz und drängt sich damit durch die übervolle Kneipe und arbeitet Tisch für Tisch ab. Das Bier wird förmlich zugeteilt. Hier wird man zum kontrollierten Trinken erzogen. Mal so schnell ne Runde abschnappen ?? Vergessen wir mal ganz schnell. Wer sich dem System nicht unterordnet und versucht mit Lommi zu diskutieren, der erhält die Höchststrafe. Er wird an dem Abend ignoriert und kann im Prinzip nach Hause gehen. Im schlimmsten Fall kann man bei Fehlverhalten der Kneipe verwiesen werden und ist im Prinzip geächtet gg . Und noch etwas sollte hier Erwähnung finden. 99,99999% aller Wirte und Kellner sind im Regelfall sehr redselig . Nicht so Lommi . Bei mir hat es ewig gedauert, bis mal mehr als ein "Tach" gekommen ist. Nie habe ich einen so schweigsamen Wirt erlebt. Aber irgendwie hat man sich dran gewöhnt und so gehe ich seid über 20 Jahren mehr oder weniger regelmässig in den Lommerzheim und immer noch sage ich "Herr Lommerzheim" wenn ich einen Wunsch habe.
Das Lokal:
Wie schon erwähnt, es gibt um die 12 Tische , eine kleine Theke und die Bude ist am Abend immer gerammelt voll. Der Laden ist wahrscheinlich noch nie renoviert worden und ähnelt einer Bauruine. Aber einer schönen Bauruine. Folgende Dinge findet man in dieser Kneipe nicht. Musik , Zigarettenautomat, Spielautomaten. Dafür hängen an den Wänden sehr viele Gegenstände , die etwas über das Lokal, seine Gäste und deren Beziehung zum Wirt aussagen.
Da das Platzangebot begrenzt ist und nicht immer jeder einen Stuhl ergattern kann hilft man sich beim Lommi oft anders. Man geht auf den Hof , holt sich eine leere Colakiste , greift sich im Raum ein paar Telefonbücher und schon hat man einen Platz am Tisch. Der Hof beherbergt neben den Colakästen auch das übliche Leergut, die Bierfässer. Diese werden vom Wirt wie vor 25 Jahren hinein gerollt und auf die Theke gehoben. Aber auf dem Hof befinden sich auch Toiletten. Ma(n) / Frau muss also aus dem Lokal raus, über den Hof gehen und dann ist man angekommen. Im Winter kann es also schon mal kalt werden.
Essen und Trinken 
Im Ausschank: Päffgen Kölsch. Lecker und immer schön kühl, frisch gezapft. Und schon fallen wir über die nächste Besonderheit: Beim Lommi wird nicht gepanscht. Es gibt kein Bier mit zuckerähnlichen Zusätzen wie Cola oder Malzbier. Sauereien gibt es nicht. Im Notfall muss man sich eben eine Cola dazu bestellen und mixen. Die Verachtung des Wirtes ist einem dabei sicher gewiss .Ausserdem sind noch diverse Schnäpse im Angebot. Ich empfehle nach dem Essen Löwenthor.
Und damit haben wir auch schon die Überleitung zum Essen. Die Speisekarte, die gibt es nicht. Es gibt ein paar Basisgerichte wie Bratwurst, Fleischwurst oder Kotelett. Diese kann man dann mit Röggelchen (Roggenkornbrötchen)Kartoffelsalat oder Pommes haben. Das Kotelett ist der absolute Renner bei Lommi. Zwei Rippen dick, lecker würzig und macht pappsatt. Dazu gibt es in Butter angeschwitzte Zwiebeln. Zu all diesen Gerichten reicht der Wirt Ketchup oder Senf. Als Häppchen gibt es dann u.a noch einen Halven Hahn. Hierbei handelt es sich in Köln um ein Röggelchen mit einer dicken Scheibe altem Gouda, der schon fast wegbröckelt. Dazu gibt es Löwensenf. Dieser ist so scharf , das einem auch mal der Atem stocken kann. Der Senf kommt zwar aus Düsseldorf (das ist für den Kölner so ähnlich wie die „verbotene Zone“ im Film „Planet der Affen“) schmeckt dafür tierisch gut. So hat schon oft der Witz die Runde gemacht... Was ist das beste aus Düsseldorf ??? Löwensenf und die A3 in Richtung Köln. Tschuldigung nach Düsseldorf.
Und Donnerstag /Freitag ist Hämmchentag. Hierbei handelt es sich um ein gekochtes Eisbein. Was es dazu gibt weiss ich nicht, da ich es nicht mag und daher Donnerstag den Laden nicht betrete. Ich möchte dann den anderen Gästen nicht den Platz wegnehmen.
Und hier einer der vielen Wandsprüche :
Ein Volk, das seine Wirte nicht ernähren kann, ist es nicht wert, sich eine Nation zu nennen.
Preise:
Wenn ich die mal so genau wüsste, aber es gibt ja keine Karte. Und da ich nie schaue, was er so bei der Abrechnung zusammenschreibt bin ich da echt schlecht informiert. Ich schätze dann man das was ich so erahnen kann.
Kölsch € 1,10 , Cola eventuell ein paar Cent teurer, Schnapse um die € 1,30. Das Kotlett müsste bei € 7,50,- inklusive Pommes und Zwiebeln liegen. Die Wurstgerichte schätze ich mal auf € 4,00 – 7,00. Wenn ich das nächste mal zum Lommi gehe werde ich mal aufpassen und diesem Abschnitt entsprechend verbessern - das mit den Preisen habe ich dann doch nicht geschafft, aber das ist nun auch Geschichte...
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